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Unterschied zwischen Fairtrade und “normalem” Kaffee

Kaffee ist doch Kaffee, Hauptsache die Kaffeesorte schmeckt! Warum für einen Fairtrade-Kaffee mehr bezahlen als für “normalen” Kaffee? Die Argumente, die für die Wahl von Fairtrade-Kaffee und anderen Produkten mit dem Fairtrade-Label sprechen, liegen in den Bereichen soziale Standards, Ökonomie und Ökologie.
Weltweit beschäftigen der Anbau, die Verarbeitung und der Handel von Kaffee über 25 Millionen Menschen. Deren Lebensumstände sind oft geprägt von Ausbeutung, finanzieller Unsicherheit und erzwungenem Raubbau an der Umwelt. Hier setzt die Fairtrade-Idee an.

Guter Kaffee, faire Bezahlung

Der von Fairtrade bezahlte höhere Preis fließt in Bildungs- und Infrastrukturprojekte, mit denen in den Erzeugerländern bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern, Beschäftigten und deren Familien geschaffen werden. Die Vertragspartner verpflichten sich, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit im Kaffeeanbau und -handel einzuhalten. Stabile Mindestpreise und bezahlte Sonderprämien machen die Produzenten unabhängiger von spekulativem Preisverfall an der Welt-Kaffeebörse.

Langfristige Lieferverträge und Partnerschaften sorgen in den Erzeugerländern für Planungssicherheit. Projekte können auf einer soliden finanziellen Grundlage gestartet und umgesetzt werden. Fairtrade-Partner müssen einen nachhaltigen Anbau – das heißt schonenderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen – betreiben.

Fairtrade – fairer Handel

Die weltweite Fairtrade-Dachorganisation FLO legt einzuhaltende Standards fest und unterstützt die Produzenten bei der praktischen Umsetzung. Die FLO stützt sich bei ihrer Arbeit auf Produzenten-Netzwerke in Lateinamerika, Asien und Afrika sowie auf 23 Länderinitiativen. Überwacht und inspiziert werden Produzenten und Händler von der FLO-Cert. Diese unabhängige Zertifizierungsstelle vergibt nach erfolgreicher Prüfung das Fairtrade-Label. Bei so ausgezeichneten Produkten wird die gesamte Lieferkette aus Produzenten, Händlern und Kooperativen, aus Exporteuren und Weiterverarbeitern (Kaffeeröster) überprüft.

Obwohl Fairtrade-Kaffee in Deutschland nur einen Marktanteil von zwei Prozent am Gesamtumsatz hat, sind dies über 7000 Tonnen Kaffee, die verkauft werden. Dabei ist fair gehandelter Kaffee heute längst kein Nischenprodukt mehr. Es gibt über 370 verschiedene Kaffeesorten und Verpackungsgrößen. Startete der Verkauf von Fairtrade-Kaffee 1992 in einem einzigen Laden, wird der Kaffee heute in mehr als 30.000 Supermärkten, Bio- und Weltläden verkauft und in 18.000 Gastronomiebetrieben ausgeschenkt. Auch öffentliche Verwaltungen, Kommunen und Städte schmücken sich mit dem Fairtrade-Label.

Es liegt also nicht (nur) am Geschmack, wenn immer mehr Verbraucher Fairtrade-Kaffee dem “normalen” Kaffee vorziehen. Ein paar Cent mehr für den guten Zweck hinter dem Kaffeegenuss fallen da kaum ins Gewicht.